Filme -   Empfehlungen 01.04.2009

I. IM MITTELPUNKT: KRANKE

Mein Vater - Coming Home Poster zu "Mein Vater - Coming Home" Drama

Deutschland 2003, ca. 89 min. FSK: ab 12

mit Götz George, Klaus J. Behrendt, Ulrike Krumbiegel, Sergej Moya, Christine Schorn

Eine glückliche junge Familie mit zwei Kindern hat sich soeben einen Traum erfüllt und ist in das eigene Reihenhaus eingezogen. Die Renovierungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, als sie erfahren, dass der Vater des Mannes einen Schwächeanfall erlitten hat. Aus Mitleid und Zuneigung entscheiden sie sich spontan, den Opa zu sich zu nehmen. Der alte Mann Richard (Götz George) leidet an einer irreversiblen Demenz, deren Ursache die Alzheimer-Krankheit ist. Sein Zustand verschlechtert sich Tag für Tag und dramatischer als alle erwarten. Als der Opa schließlich eine Bedrohung für das Haus und die Familie darstellt, hält die Ehefrau Anja die Situation nicht mehr aus; sie zieht zu ihrer Mutter. Schließlich ist Jochen allein mit seinem Sohn und mit dem alten Vater. Jochen opfert ihn seine ganze Zeit. Eines abends verlässt Richard mit dem Einverständnis seines Sohnes das Haus; sein Ende ist ungewiss...

LORENZOS ÖL (USA 1992) (135 min.)

 Kampf gegen das Schicksal

Die spannendsten und bewegendsten Geschichten sind vielleicht diejenigen, die wirklich passiert sind. Denn während man bei erfundenen Drehbüchern oft schon erahnen kann, was passiert und vor allem, wie es ausgeht, ist man hier vor keiner Überraschung sicher.

"Lorenzos Öl" (USA 1992) ist eine solche Geschichte. Sie kreist um Lorenzo Odone, einen fröhlichen Jungen aus Amerika. Eines Tages bricht bei ihm eine seltene Krankheit aus: Adrenoleukodystrophie, kurz ALD. Für die Ärzte steht fest: Lorenzo hat einen grausamen Leidensweg vor sich. Und am Ende steht unausweichlich der Tod. Denn die Krankheit ist kaum erforscht und gilt als unheilbar.

Aber Lorenzos Eltern wollen sich damit nicht abfinden. Die Liebe zu ihrem Kind ist stärker als jede Vernunft. Und sie nehmen einen beispiellosen Kampf gegen die Krankheit und gegen die Zeit auf.

Eins steht fest: "Lorenzos Öl" ist keine leicht verdauliche Kost. Denn man sieht Menschen kämpfen und leiden, die es wirklich gibt. Und das lässt einen nicht gleichgültig.

Lorenzos Eltern vergraben sich aber nicht in ihrem Schmerz, im Gegenteil: Diese schwierige Situation lässt ihre Liebe zu Lorenzo unglaublich wachsen. Sie werden zu echten Helden, die ihr ganzes Leben für ihr Kind einsetzen. Besonders die Mutter: Wo jeder „vernünftige“ Mensch an sich selbst und an sein Leben denken würde, hält sie unbeirrt und um jeden Preis zu Lorenzo. Herausragend Susan Sarandon in der Rolle der Mutter: Man hat stellenweise den Eindruck, dass Lorenzo wirklich ihr eigener Sohn ist. Nick Nolte als Vater ist ihr ein ebenbürtiger Partner. Die Darstellung ihrer Beziehung zählt zu den schönsten Seiten des Films: Immer wieder reißen sie sich gegenseitig aus der Verzweiflung heraus. Und verstehen so, welchen Schritt sie als Nächstes tun müssen.

Auseinandersetzungen und auch Streit gibt es während der 130 min. aber trotzdem. Alles andere wäre in einer so angespannten Situation auch unrealistisch. Der Film wird aber nie schwarz-weiß: Es fehlt der klassische Böse. Jedem der Hauptbeteiligten kann man glauben, dass er seinem Gewissen folgt. „Lorenzos Öl“ kommt deswegen ohne die Verherrlichungen und Verteufelungen vieler anderer Filme aus.

An einigen Stellen verliert man schon mal den medizinischen Überblick. Da ist von Myelin, C24- und C26-Atomen und Enzymketten die Rede. Ein Genuss für Biologie-Freaks. Wer nicht immer mitkommt, tröste sich: Man versteht den Film auch so ohne Mühe.

Von Lorenzo selbst war bis jetzt kaum die Rede. Obwohl er doch die Hauptperson ist. Aber das entspricht dem Film und der Wirklichkeit: Kranke drängen sich nicht auf. Und manchmal können sie einfach nur leiden. Und warten. Worauf? Auf Menschen mit dem richtigen Blick. Mit Augen, die auch durch einen zerstörten Körper hindurch in ein Herz schauen können.

„Lorenzos Öl“ macht Mut. Mut, sein Leben und das der anderen nicht aus der Hand zu geben. Auch wenn manchmal vieles dagegen spricht. mehr ...

DER DOKTOR – EIN GEWÖHNLICHER PATIENT (USA 1991)

Länge: 125 min.

Ein erfolgreicher Chirurg, dem Höchstleistung alles und menschliches Mitgefühl nichts bedeutet, wird selbst zum Patienten und sieht sich mit Hilflosigkeit und Todesangst konfrontiert. Ein weitgehend unsentimental aufbereiteter Appell für mehr Menschlichkeit und Verantwortung, einfühlsam und nicht ohne geschickte komödiantische Untertöne inszeniert und hervorragend gespielt. Die sorgfältig ausgearbeiteten Frauenrollen verleihen dem Film besonderes Gewicht. - Sehenswert ab 16. mehr...

MARVINS TÖCHTER (USA 1996)

Länge: 98 min.

Darsteller: Leonardo Di Caprio, Meryl Streep, Robert De Niro, Diane Keaton

Das angespannte Verhältnis zweier Schwestern, die sich auf Grund der Leukämie-Erkrankung der einen nach 20 Jahren wiedersehen, entkrampft sich nur allmählich. Mittendrin steht der verhaltensgestörte Sohn der anderen, der bei seiner Tante Wärme und Anerkennung und die Möglichkeit findet, sich auch der Mutter zu öffnen. Ein kammerspielartig entwickelter Film, der seinen Schauspielern die Chance bietet, alle Register ihres Könnens zu ziehen. Trotz der ernsten Themen ist er voller Humor und zeigt auf, dass Hoffnung immer möglich ist.

II. IM MITTELPUNKT: BEHINDERTE

KROKO (Deutschland 2003)

Kann ebenfalls in der Bibliothek bzw. bei Frau Brodeck entliehen werden!

Länge: 96 min.

Eine 16-Jährige, führendes Mitglied einer Jugendbande im Berliner Randbezirk Wedding, muss ausgerechnet in einer Wohngemeinschaft für geistig und körperlich Behinderte eine Sozialstrafe ableisten und gerät damit in eine bis dahin völlig ausgeblendete Wirklichkeit. mehr ...

DANCER IN THE DARK (Dänemark/Schweden/Finnland 2000)

Länge: 140 min.

Musik und Hauptrolle: Björk

Eine junge Fabrikarbeiterin, die aufgrund einer Erbkrankheit ihr Augenlicht verliert, spart ihr Geld, um ihrem Sohn durch eine Augenoperation dasselbe Schicksal zu ersparen. Als bei einem Streit ein Freund sein Leben verliert, wird sie unter Mordanklage gestellt und zum Tode verurteilt, weil sie sich weigert, ein Schweigegelübde zu brechen und ihre Ersparnisse für den Anwalt eines Berufungsverfahrens auszugeben. Eine lückenlos durchbuchstabierte Kombination aus Musical und Melodram, die sich beiden Genres als Hommage und Kritik zugleich verpflichtet fühlt. Dramaturgisch ausgefeilt, in der Hauptrolle herausragend gespielt, erzählt der Film sowohl von bedingungsloser Mutterliebe als auch von den sozialen und politischen Gegebenheiten in den USA zu Beginn der 60er-Jahre. Dabei bedient er sich virtuos unterschiedlicher kameratechnischer Mittel, um die Handlungsebenen voneinander abzugrenzen. mehr ...

JENSEITS DER STILLE (Deutschland 1996)

Länge: 112 min.

Regie: Caroline Link

Geschichte einer jungen Frau, deren Eltern taubstumm sind und die in einen Konflikt mit ihrem Vater gerät, als sie Musikerin werden will. Kinodebüt der späteren Oscar-Gewinnerin Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“). Der Film überzeugt sowohl als sensible Gestaltung der Probleme von Behinderten als auch in seiner universalen Thematik des Selbstfindungsprozesses einer jungen Frau und dem Plädoyer für Verständnis und Offenheit gegenüber unvereinbar scheinenden Erfahrungswelten. mehr ...

RAINMAN (USA 1988)

Länge: 128 min.

Darsteller: Tom Cruise, Dustin Hoffman

Ein junger, vor dem Ruin stehender Autohändler erfährt beim Tode seines Vaters von der Existenz eines autistisch behinderten Bruders. Um an die Erbschaft zu kommen, entführt er ihn aus dem Heim, in dem der Bruder bisher gelebt hat. Vor allem die Figur des Behinderten wird dank einer ebenso sensiblen wie verblüffenden Darstellung durch Dustin Hoffman, in tragischen und komischen Situationen menschliches Interesse und Anteilnahme wecken...mehr ....

III. IM MITTELPUNKT: ALTE

MISS DAISY UND IHR CHAUFFEUR (USA 1989)

Länge: 95 min.

Darsteller: Morgan Freeman, Dan Aykroyd

Die wohlhabende 72-jährige Daisy Werthan, eine Frau jüdisch-deutscher Abstammung aus Atlanta, stellt den schwarzen Chauffeur Hoke an, der auch bereits über 60 Jahre alt ist. Der Film beschreibt den Zeitraum der folgenden 25 Jahre. Aus dem Dienstverhältnis entwickelt sich langsam eine Freundschaft. Die ganz private Geschichte zweier Menschen unterschiedlichen Charakters, die miteinander alt werden, wird auf anrührende Weise erzählt. Nach einem Bühnenstück von Alfred Uhry. mehr ...

HAROLD AND MAUDE (USA 1971)

Länge: 88 min.

Harolds Vorlieben und Hobbies sind eher morbider Natur: immer wieder zelebriert er seinen Selbstmord (in allen erdenklichen Spielarten), am liebsten besucht er Beerdigungen, und seine Traumautos sind Leichenwagen. Ein völlig neues Lebensgefühl begegnet dem 20jährigen erst mit der schrulligen Maude. Schnell werden die beiden ein Paar, auch wenn es da einen kleinen Altersunterschied geben mag... - Maude ist 78! mehr ....