Ex Oriente

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Im Mittelpunkt steht die Reise des Juden Isaak, der von Karl dem Großen über Jerusalem nach Bagdad geschickt wurde und mit einem weißen Elefanten als Geschenk des Kalifen Harun ar-Raschid an Karl den Großen nach Aachen zurückkehrte. Im Krönungssaal des Aachener Rathauses, in der Domschatzkammer sowie im Kreuzgang und im oberen Umgang des Domes mit den angrenzenden Kapellen werden die drei zentralen Stationen Bagdad, Jerusalem und Aachen als Repräsentanten ihrer Kultur dargestellt.

http://www.ex-oriente.com/sec_index.html

Ex oriente - Isaak und der weiße Elefant

Im Jahr 797 nach christlicher Zeitrechnung, 4557 nach jüdischer und 175 nach muslimischer Zeitrechnung beginnen in Aachen drei Männer eine lange Reise: Die beiden fränkischen Gesandten Lantfried und Sigismund und der jüdische Kaufmann und Dolmetscher Isaak. Karl der Große, König der Franken, schickt sie zu Harun ar-Rashid, dem Kalifen von Bagdad.

Fünf Jahre später, am 20. Juli 802, kehrt Isaak aus dem Orient zurück und wird von Karl, inzwischen durch Papst Leo III. in Rom zum Kaiser gekrönt, in Aachen feierlich empfangen. Er bringt ein seltenes und kostbares Geschenk des Kalifen mit:

Abu-L-Abas, einen weißen indischen Elefanten. Lantfried und Sigismund haben die beschwerliche Reise nicht überlebt. Es ist nicht der erste und nicht der letzte Gesandtenaustausch zwischen Karolingern und Abbassiden, doch der einzige, bei dem der Name eines jüdischen Mittlers überliefert ist: Isaak.

Die Reisenden durchqueren verschiedene Kulturen. Sie sprechen mit Christen, Juden und Muslimen. Alle diese Kulturen gehen davon aus, dass ihr jeweiliger Glaube der "Richtige" ist. Aber sie lernen jeweils auch von den anderen und achten einander. Diese Reise Isaaks und des weißen Elefanten von Bagdad durch das Heilige Land und weiter nach Aachen wird in der Ausstellung "Ex oriente" nacherzählt. Die drei Orte der Reise werden symbolisch im Aachener Dom, dem Kreuzgang und der Domschatzkammer sowie im Krönungssaal im heutigen Rathaus vorgestellt.

Bagdad im Krönungssaal: Vielfalt

Die Ausstellung beginnt an dem Ort, an dem Isaak und der Elefant nach ihrer Rückkehr vom Kaiser empfangen wurden. An der Stelle der früheren "aula regia" steht heute das Rathaus der Stadt Aachen mit dem Krönungssaal.

Einleitend wird der Besucher über die damaligen "Reisen" informiert, über Pilger- und Handelsreisen, über heilige Orte und Handelsstädte, über Beziehungen nach Indien und China und über das jüdische Reich der Chazaren an der Seidenstraße.

Im Krönungsfestsaal wird die Metropole Bagdad vorgestellt. Hier residierte der muslimische Kalif, aber auch der jüdische Exilarch, zuständig für die Juden außerhalb Palästinas, hielt in der Stadt Hof.

Auf dem Basar der Stadt, der den Palastbezirk des Kalifen umschloß, handelten Kaufleute aus Westeuropa, Arabien, Afrika, Indien und China. Hier waren auch eine Moschee und eine Synagoge zu finden.

Gezeigt werden die kostbaren Handels- und Kunstobjekte der Kulturen, die sich auf dem Basar begegneten: Keramik, Schmuck, Porzellan, Stoffe, Handschriften oder Münzen. Die Vielfalt der Waren, der Stimmen (Musik), der Gerüche sollen die unterschiedlichen Lebensformen in der Metropole Bagdad vermitteln.

Der Besucher erlebt die Architektur der muslimischen Kalifen, ihre Prachtentfaltung und ihren Herrschaftsanspruch. Heutige Künstler berichten in ihren Objekten über die unterschiedlichen Lebensformen im gegenwärtigen Nahen Osten.

Jerusalem im Kreuzgang des Aachener Domes: Die heilige Stadt

Für alle drei monotheistischen Religionen gilt Jerusalem als heilige Stadt. Noch während der Reise Isaaks ließ der Patriarch von Jerusalem das Banner der Stadt und die Schlüssel der Grabeskirche Karl überbringen. Ein Zentrum der Verehrung bleibt bis heute der Tempelberg. Juden durften erst nach der Einnahme der byzantinisch-christlichen Stadt durch die muslimischen Araber wieder in der Stadt wohnen.

Der auf dem Tempelberg erbaute Felsendom umschließt den Stein, auf dem Abraham seinen Sohn nicht opfern mußte. Dies bedeutete die Ablehnung der bisherigen Menschenopfer. Diesen Anspruch wird die Ausstellung im Quadrum des Kreuzgangs aufzeigen: In den vier Seiten des Kreuzgangs erleben die Ausstellungsbesucher die drei Religionen. Die kultischen Gegenstände, Ikonen, Leuchter, Koranständer, Reliquien oder Handschriften, vermitteln Differenz und Einheit der christlichen, jüdischen und muslimischen Kulturen. Der Besucher wird die jeweils anderen Religionen kennen lernen, um seine eigene Herkunft hinterfragen zu können.

Künstler aus dem heutigen Israel und aus Palästina zeigen Möglichkeiten und Grenzen des Dialogs.

Aachen im Dom: Ex oriente

Der Thron Karls erinnert an den Thron Salomons. Erbaut wurde er mit Steinen, die aus der heiligen Stadt Jerusalem stammen. Karl ließ sich König David nennen. Die Einflüsse des Orients auf das fränkische Aachen werden in der Empore des Doms rings um den Kaiserthron und in den angrenzenden Kapellen dargestellt. Einen Mittelpunkt bildet hierbei die nachgebaute und "aufgeblätterte" karolingische Bibliothek. Gefragt wird: Welches Wissen, welche Bilder und Glaubensinhalte stammen aus dem Nahen Osten?

Die Besucher werden die Beziehungen zwischen den Franken und den muslimischen Ländern nachvollziehen können. Dokumentiert wird das jüdische Leben in Mitteleuropa, der damalige christlich-jüdische Dialog, eine Streitkultur, die den Anderen noch nicht ausschloß.

"Ex oriente", das heißt heute: Künstler der drei Kulturen erzählen in ihren Objekten über die Vielfalt des Orients im gegenwärtigen Mitteleuropa, über die verschiedenen Menschen und ihr Leben.

Bagdad - Jerusalem - Aachen: drei Städte, drei Kulturen, drei Religionen.Verbunden werden sie im Jahr 797 nach christlicher, 4557 nach jüdischer und 175 nach muslimischer Zeitrechnung durch eine lange Reise. Karl der Große, König der Franken, schickt seine beiden Gesandten Lantfried und Sigmund gemeinsam mit dem jüdischen Kaufmann und Dolmetscher Isaak zu Harun al Rashid, dem Kalifen von Bagdad. Fünf Jahre später gelangt Isaak wieder in das Frankenreichen - die anderen beiden Gesandten sind verstorben - und bringt dem inzwischen zum Kaiser gekrönten Karl die Grüße und Geschenke des Kalifen. Darunter ist bis heute in Erinnerung geblieben: Abul Abas, der weiße Elefant.
Diese Reise ist nicht nur eine Reise durch drei Städte, sondern durch drei Kulturen, geprägt von den drei großen monotheistischen Weltreligionen: Judentum, Christentum und Islam.

Die Ausstellung Ex oriente zeichnet mit 570 Leihgaben aus 15 Ländern die Reise Isaaks mit dem Elefanten von Bagdad über Jerusalem nach Aachen nach. So wie Isaak und sein Elefant reist auch der Besucher der Ausstellung Ex oriente durch die drei Städte und die drei Kulturen: Er betritt im Krönungssaal des Aachener Rathauses das Bagdad Harun al Rashids mit Resten seines Palastes, kann in einem gedachten Basar der Stadt aus 1001 Nacht die Schätze und den Wissensreichtum des Orients bestaunen. Im Kreuzgang des Domes sucht er die jüdischen, christlichen und muslimischen heiligen Stätten Jerusalems auf, bevor er schließlich den Dom, das herausragendste noch erhaltene Bauwerk der Karolingerzeit, betritt. Dort erwarten ihn Kunstschätze, die ihn den Aufstieg der mittelalterlichen Welt am Hofe Karls des Großen erleben lassen. Bagdad steht für die Welt- und Handelsmetropole der damaligen Zeit, Jerusalem ist die heilige Stadt aller drei Kulturen und Aachen ein Zentrum der höfisch-klerikalen Welt des Frankenreiches. Spezielle Elefantenfreunde kommen quer durch alle Kulturen und Zeiten auf ihre Kosten. Als Leitmotiv zieht sich die Darstellung des Elefanten durch die gesamte Ausstellung.

Kultureller Austausch, wechselseitige Einflüsse, aber auch Abgrenzungen sind das Thema der Ausstellung. Sie stellt unserer von Spannungen geprägten Gegenwart die historischen Beziehungen um 800, einen Dialog über Grenzen der Religionen und der Kulturen hinweg, gegenüber. Zeitgenössische Künstler aus allen drei Kulturen bilden mit Werken verschiedener Medien Brennpunkte und Störzonen an den drei Ausstellungsorten. Ex Oriente will nicht Antworten geben, sondern Fragen stellen und Fragen wecken. In diesem Sinne will die Ausstellung auch nicht historische Schau im traditionellen Sinne sein. Neben zeitgenössischen Kunstwerken bringen Monitore mit ganz unterschiedlichen Informationen dem Betrachter immer wieder die Jetztzeit ins Bewusstsein.

"Den Kuratoren Georg Minkenberg von der Domschatzkammer, Adam C. Oellers von den Aachener Museen und Wolfgang Dreßen, Politologe an der Fachhochschule Düsseldorf, ist mit Ex oriente ein faszinierender Parcours gelungen, neben der Azteken-Ausstellung im Berliner Gropius-Bau gewiss die schönste Historienschau des Jahres. Und nicht nur Historienschau. Indem die Ausstellungsmacher auch heutige Künstler zu Wort kommen lassen, verlängern sie die Reise des Isaak in unsere Tage, unsere Konflikte." (Die Zeit) www.aachen.de

Auszüge aus dem Rahmenprogramm zur Ausstellung Ex Oriente

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„Tausend und eine Nacht“ Medizinische und pharmazeutische Aspekte

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Goethes „West-östlicher Diwan“ als Spiegelung von westlichem und östlichem Men-schenbild

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Lesung: Am Anfang war die Schrift

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„Orient Express Bagdad Aachen“ Sommer-Film-Abende: Bagdad Vergessen? (Forget Baghdad?) Eine filmische Reflexion über die Klischees „des Juden“ und „des Arabers“ in den letzten 100 Jahren Film verbunden mit den Biographien außergewöhnlicher Menschen

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Wie schön ist Deine Liebe - Osam Zayed rezitiert Lyrik von Ibn Sahl, Über-setzung: Thomas Beimel, Musik: Mohammed Mahdi

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König David - Konzert mit Musik von Arthur Honegger: Sym-phonischer Psalm in 3 Teilen nach einem Drama von René Morax.

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Irdisches und himmlisches Jerusalem als Metapher und Wirklichkeit - Diskussionsveranstaltung mit der Rabbinerin Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau, Jerusalem -Wien, Prof. Dr. Wolfgang Dreßen, FH Düsseldorf, sowie dem Leiter der Aachener Domschatzkammer Dr. Minkenberg.

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“Border No. Location Yes” Menschenrechte für alle Menschen - Podiumsdiskussion mit TeilnehmerInnen aus Deutschland, Israel, Palästina und dem Irak

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Die Misinai-Melodien - Vortrag von Rabbiner Polnauer

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Lesung: Am Anfang war die Schrift

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„Orient Express Bagdad Aachen“ Sommer-Film-Abende: Beirut - Es war einmal - Film von Jocelyne Saab D / F 1994, 104 Min. Das in diesem dokumentarischen Spielfilm verwendete Material zeigt den zerstörten Teil der ehemals prächtigen Stadt Beirut durch die Linse arabischer, französischer und amerikanischer Filmemacher.

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Bei Hatem und Suleika - in Goethes West-östlichem Diwan

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Feinde zu Freunden machen – Der Konflikt zwischen Israel und Palästina

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Im Gespräch mit den Friedenspreisträgern des Jahres 2003 - Dr. Reuven Moskovitz und Nabila Espanioly

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Ya Salam - Oh Frieden - Tanzperformance von Anya Vedant

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Weltfriedensgebet 2003 : „Zwischen Krieg und Frieden – Religionen und Kulturen begegnen sich.“

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Der Stellenwert Jerusalems im Judentum und Christentum sowie im Islam

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Musik zwischen Tradition und Moderne, Orient und Okzident

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Carmen nach Prosper Mérimée

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Großes Mittelalterlager - Mit Jongleuren, Gauklern, Akrobaten, Puppen-spielern, Rittern u.v.a. wird das Mittelalter wieder lebendig.

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„Orient Express Bagdad-Aachen“ Sommer-Film-Abende: Der Andere - Film von Yousseff Chahine Ägypten / F 1999, 101 Min. Diese Liebesgeschichte der aus ungleichen Verhältnissen stammenden Ägypter Hanane und Adam mutet wie eine moderne, orientalische Fassung von „Romeo und Julia“ an.

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Requiem für einen weißen Elefanten - Musikperformance

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Die Bedeutung Babylons für das Judentum - Vortrag – Dr. Yizhak Ahren, Köln

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Last und Lust der Tradition –Sarahs und Hagars Nachfahrinnen im Gespräch - Je eine jüdische, muslimische und christliche Referentin, sowie eine Referentin einer politischen Organisation berichten über ihre Erfahrungen mit Macht und Tradition aus weiblicher Sicht.

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“Orient Express Bagdad-Aachen“ Sommer-Film-Abende: Stadt ohne Mitleid Film von Tsipi Reibenbach Israel 2002, 65 Min. Die Stadt Lydda ist voller Gegensätze, verpönt als Umschlagplatz für Drogen und dem Verfall preisgegeben. Sie ist die Heimat israelischer Staatsbürger arabischer und jüdischer Herkunft, die sich miteinander arrangieren, was oft mehr schlecht als recht gelingt.

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Bekenntnisse des Judentums im Mittelalter“: Vortrag von Rabbiner David Polnauer

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Aachener Literaturtage 2003 Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom Autorenlesung mit Mona Yahia

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Gilgamesch-Epos - Eröffnung der Ausstellung mit Bildern des in Bagdad lebenden Künstlers Mahood Ahmed

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Morgenland und Abendland: Begegnungen 1. Alexander der Große und seine Nachfolger in Asien Vortrag mit Dias / Dr. Karl-Heinz Golzio, Universitäten Bonn und Leipzig

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Kalif Storch Puppentheater mit der Stadtpuppenbühne,

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Morgenland und Abendland: Begegnungen 2. Das arabische Erbe Europas Vortrag mit Dias, Prof. Dr. Monika Gronke, Universität Köln

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Die Stifter von Judentum, Christentum und Islam – Moses – Jesus – Mohamed, in ihrem religiösen Umfeld Vortrag – Dr. Dr. Wassilios Klein, Universität Bonn