Kubrick, Nixon und der Mann im Mond!
Dokumentation von William Karel
Frankreich 2002, 52 Minuten
ARTE France, Erstausstrahlung
Wiederholung am 23. Oktober 2002 um 15.15 Uhr und um 02.05 Uhr
Am 21. Juli 1969 betritt der
Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Einige Minuten später hisst
er mit seinem Kollegen Edwin Aldrin die Flagge der Vereinigten Staaten.
Am 7. März 2001, zwei Jahre nach Stanley Kubricks Tod, öffnet dessen Frau
Christiane sein persönliches Archiv. Unter den vielen Dokumenten fand sie eine
Akte, die das Siegel des US-Präsidenten und den Vermerk „top secret“ trug. Die
Akte wurde geöffnet, ein wahres Geheimnis damit gelüftet: Um den „Wettlauf ins
All“ um jeden Preis zu gewinnen, hatte Präsident Richard Nixon beschlossen, die
Mondlandung am Set von Kubricks „2001: Odyssee im Weltraum“ zu drehen. Im Falle
einer gescheiterten Mondlandung hätte man mit den nachgestellten Bildern die
Öffentlichkeit zu täuschen versucht.
Der Dokumentarfilm „Kubrick, Nixon und der Mann im Mond!“ mischt Hypothesen,
Fiktion und historische Fakten. Hinterfragt wird dabei das Phänomen, welches das
20. Jahrhundert maßgeblich prägte: der Wettlauf der USA und der UdSSR zum Mond.
Die Mondlandung wurde häufig als
die „edle“ Seite des Kalten Krieges gepriesen, als ein von der ganzen Menschheit
getragenes Vorhaben. Tatsächlich aber ging es um einen unerbittlichen Wettkampf,
den nur einer gewinnen konnte.
Kein Wunder, dass bis heute skeptische Stimmen an der Echtheit der Mondlandung
zweifeln. War es wirklich eine „Live-Übertragung“ vom Mond? Oder womöglich ein
abgekartetes Propagandaspektakel der beiden Supermächte? Immerhin erlauben die
Fortschritte der Kommunikations- und Fernsehtechnik die nahezu perfekte
Manipulation von Bildmaterial. Archivaufnahmen sind somit keineswegs mehr ein
Garant für Realitätstreue, denn dieselben Bilder lassen sich als „Beleg“ für
völlig unterschiedliche Tatsachen verwenden. Wie unterscheidet man zwischen
authentischem und frisiertem Material?
Der Film führt vor, dass diese Zweifel durchaus berechtigt sind, und spielt
dabei mit Dichtung und Wahrheit. Er veranschaulicht den Missbrauch von
Archivmaterial und fingierten Dokumenten, lässt Darsteller mit erfundenen
„Zeugenaussagen“ auftreten und gibt den Worten von Zeitzeugen durch die
Herauslösung aus dem Zusammenhang bzw. durch ungetreue Übersetzung einen völlig
neuen Sinn.